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Immobilienbewertung in der Region Stuttgart



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Immobilienbewertung |
Bodenwert und Einwohnerzahlen

Rems-Murr-Kreis |
Abhängigkeit Bodenwert von
Einwohnerzahlen

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Als Trendlinie ist eine Exponential-Funktion abgebildet. Die bessere Korrelation hat aber die Potenzfunktion
f(x) = 3,9451 * x 0,505.

Diese ist aber leider im Chart aus technischen Gründen noch nicht darstellbar.

Bei dieser Potenz- Funktion liegt das Bestimmtheitsmaß immerhin bei rund 0,60, was eine gewisse Korrelation zeigt, aber nicht sehr signifikant ist.

Weiterhin trotzdem sehr interessant ist, welche Städte/ Gemeinden ober- und unterhalb der Trendlinie liegen. Hier sticht zum Beispiel Backnang mit 37.500 Einwohnern heraus, das weit unterhalb des nach Trend zu erwartenden Bodenwertniveaus liegt. Das Gleiche gilt für Murrhardt.

Schorndorf liegt hier bei fast gleichen Einwohnerzahlen (Entfernung zu Stuttgart nur 3 km weniger) bei einem fast doppelt so hohen, mittleren Bodenwertniveau! Das ist doch schon erstaunlich.



Gar keine Korrelation hat die Untersuchung der Veränderung der Einwohnerzahl in einem Zehn-Jahres-Zeitraum (2011 - 2021) ergeben (Wanderungssaldo). Vermutlich korreliert der Wanderungssaldo besser mit der Änderungsrate des Bodenwerts für den gleichen Zeitraum und nicht so sehr mit dem absoluten Bodenwertniveau. Das wäre plausibel. Dies kann man zum Beispiel an der Gemeinde Berglen sehen. Der Bodenwert in Berglen hat in den letzten 10 Jahren stark zugelegt und siehe da - dementsprechend hat Berglen mit + 12 % auch den stärksten Einwohnerzuwachs im Landkreis.

Es gibt aber eine Größe, die sehr gut mit dem Bodenwertniveau korreliert und das ist die Entfernung zu Stuttgart in km.

Mit zunehmender Entfernung zur Metropole sinkt das Bodenwertniveau im Rems-Murr-Kreis. Hier liegt das Bestimmtheitsmaß, das die Korrelation angibt, bei 0,894 (1,0 = 100-prozentige Korrelation).

Man sieht auch, dass erst bei etwa gleicher Entfernung zur Metropole als zweite Größe dann die Einwohnerzahl eine Rolle spielt. Man sieht dies beispielsweise bei 30 km liegt Schorndorf deutlich oberhalb der Trendlinie (mit 39.600 Einw.) und Burgstetten mit 3.700 Einw. deutlich darunter.

Der nachfolgende Graph veranschaulicht das sehr schön:







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Baulandentwicklung von 1975 - 2021

Vergleich Gesamtdeutschland - Baden-Württemberg - Inflation

Bei der Makrolage schaut man sich zuerst die großräumige Lage an. Hätte die Menschheit bereits andere Planeten besiedelt, wäre das erste Lagekriterium der Planet. Dann kommen 1) der Kontinent 2) das Land 3) das Bundesland (für Deutschland) 4) die Region 5) der Landkreis 6) die Stadt/ Gemeinde. Alles andere danach ist eher schon die kleinräumige Betrachtung (Mikrolage).

Es ist daher im Bezug auf die Makrolage interessant, sich einmal die langjährige Entwicklung der Bodenpreise (Bauland (ebf) im Wohngebiet) in Deutschland und im Vergleich dazu in Baden-Württemberg anzuschauen. Zusätzlich ist die Inflationsrate des jeweiligen Jahres abgebildet (mit Faktor 10 multipliziert wegen der Darstellbarkeit). Die Entwicklung ist in der nachfolgenden Grafik dargestellt. Die Daten stammen von DESTATIS.





Diese Grafik ist nach meiner Ansicht in vielfacher Hinsicht interessant.

Zum Einen die Entwicklung der Bodenwertpreise in Baden- Württemberg absolut und im Vergleich zu den gesamtdeutschen Preisen. Von 1975 bis 1982 verläuft die Entwicklung noch weitestgehend parallel. Von 1982 - 2015 liegt das Preisniveau in Baden-Württemberg deutlich über dem gesamtdeutschen Durchschnittsniveau, wobei bereits im Zeitraum 2007 - 2016 die mittleren Bodenpreise in Baden-Württemberg seitwärts tendieren, wohingegen sie in Gesamtdeutschland kontinuierlich weiter steigen, so dass sie im Jahr 2016 fast den gleichen Wert erreichen.

Was ist da in Baden-Württemberg passiert? Das einstige Vorzeige- Ländle - oder nach neuester Werbekampagne auch in guter alter "Schwänglisch- Tradition" "The Länd" genannt - scheint hier gegenüber den anderen Bundesländern an Boden(wert) verloren zu haben!

Die Inflation im Betrachtungszeitraum spielt eigentlich keine Rolle. Die jährliche Inflationsrate (MIN: -1 %, MAX: 6,3 %) weist keine erkennbare Korrelation zu den Preisentwicklungen auf.



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Vergleich des Wertzuwachses in Prozent | DAX (Kursindex) | Goldpreis (Jahresendstände) |
Bauland (Durchschnitt Deutschland) | ETW München (Neubau Mittelwert)

Zeitraum 1987 - 2021 | 1987 = 100





In obigem Chart ist der prozentuale Wertzuwachs unterschiedlicher Asset- Klassen im Zeitraum von 1987 bis 2021 in Prozent dargestellt. Beim Aktienkurs Dax wurde der reine Kursindex (ohne Dividenden) verwendet. Beim Goldpreis wurden die jeweiligen Jahesendstände in Euro herangezogen. Für den Bodenwert wurden die durchschnittlichen Kaufwerte gem. Statistischem Bundesamt (Destatis) auf Euro umgerechnet verwendet. Bei der Eigentumswohnung in München ist die Datenquelle der Grundstücksmarktbericht der Stadt München. Es handelt sich hierbei um den Wert einer durchschnittlichen Neubauwohnung im jeweiligen Jahr. Bei der kumulierten Inflation wurde die Inflationsrate jeweils mit der des Vorjahres multipliziert.

Die Rangfolge ist wie folgt:

  • 1.Platz: DAX (Zuwachs 469,2 %)
  • 2.Platz: ETW München (Zuwachs 385,2 %)
  • 3.Platz: Gold (Zuwachs 274,6 %)
  • 4.Platz: Bauland Deutschland (Zuwachs 266,1 %)

Die Inflation war ingesamt im Betrachtungszeitraum mit einer mittleren jährlichen Inflationsrate von 1,77 Prozent recht moderat. Dies war sowohl vor als auch nach dem betrachteten Zeitraum anders.

Bei solchen Vergleichen kommt es immer stark auf das verwendete Basisjahr und den Auswertungszeitraum an. Insofern sollte man solche Vergleichen immer nur als Momentaufnahme verstehen, wobei mich die obige Reihenfolge jetzt nicht sonderlich überrascht hat.

Eine Anlage in Gold lag seit 1987 sogar 16 Jahre lang im Minus- Bereich. Erst in den wirtschaftlich schwachen Nuller- Jahren (2000 - 2005) nahm der Goldkurs allmählich Fahrt auf und erreichte dann nach der Finanzkrise in den Jahren 2010 - 2012 seinen vorläufigen Höhepunkt. Dies bestätigt einmal mehr die Funktion des Goldes als "sicherer Hafen" in unruhigen Zeiten.

Bei allen Assetklassen ist der Effekt erkennbar, dass die Kurse durch die Ausweitung der Geldmenge ab 2012 stark zulegten. Die höchste Volatilität wiesen die Aktien und der Goldpreis auf. Die geringste die Immobilien- Assets.



Chart mit separater Darstellung der Preisentwicklung in Euro/ qm Wohnfläche für eine mittlere Neubauwohnung in München


Von Mitte der Neunziger Jahre dauerte es etwa 10 Jahre bis Mitte der 2000er- Jahre bis das Preisniveau wieder erreicht wurde (Stagnation). Ebenfalls gut sichtbar ist der steile Preisanstieg ab 2015 mit der größten Steigung zwischen 2020 und 2021.



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Preisentwicklung Neubau- Eigentumswohnungen (mittleres Preisniveau) in BW



Die Daten entstammen größtenteils den Grundstücksmarktberichten der jeweiligen Gutachterausschüsse. Einzelne Jahre, bei denen die Daten (noch) nicht bekannt sind, wurden durch den Chart geglättet.

Für einen Immobiliengutachter ist es manchmal wichtig, die Entwicklungen der einzelnen Teilmärkte in den einzelnen Regionen oder Städten zu kennen. So kann er Quervergleiche ziehen zwischen Städten, die eine ähnliche Preisstruktur oder -entwicklung hatten bzw. haben.

Wenn dann der eine Gutachterausschuss keine Vergleichsdaten hat, kann man versuchen, diese aus den Grundstücksmarktberichten anderer Städte abzuleiten bzw. diese zumindest als Anhaltspunkt zu verwenden.



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Anzahl fertiggestellter Wohnungen von 1950 - 2021

Vgl. Deutschland und Baden-Württemberg


Quelle: Statistisches Bundesamt Destatis



Von Anfang der Fünfziger Jahre bis Mitte der Fünfziger Jahre stieg die Anzahl fertiggestellter Wohnungen in den alten Bundesländern von rund 370.000 Wohnungen auf ein Niveau von um die 600.000 Wohnungen pro Jahr. Der Spitzenwert wurde 1970 mit rund 714.000 fertiggestellten Wohnungen erreicht. Von da an fiel der jährliche Ausstoß bis kurz vor der Wende 1988 auf ein Niveau von rund 208.000 Wohnungen.

Die Bevölkerung der alten Bundesländer stieg von 1950 bis 1989 um ca. 1,16 Mio. Einwohner. Ab 1990 ist die gesamtdeutsche Bevölkerung abgebildet, , die bis 2021 um ca. 3,5 Mio. Einwohner zulegte.

Nach der Wende wurden wieder deutlich mehr Wohnungen gebaut. Der Spitzenwert lag schließlich zwischen 1995 - 1997 mit um die 600.000 Wohnungen/ Jahr.

Von 1997 bis 2010 fiel diese Kennzahl bis auf den absoluten Tiefpunkt in 2010 mit nur noch rund 160.000 fertig gestellten Wohnungen. Seit dem stieg die Zahl wieder kontinuierlich und lag 2021 bei rund 293.000 neuen Wohnungen.

Der Zuzug durch Migration und Flüchtlinge erfolgt ja hauptsächlich in die Ballungsgebiete, so dass hier für einige Städte eine "Wohnungsnot" prognostiziert ist. Daraufhin verkündete die Bundesregierung (Ampel) ein Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr, dessen Erreichen allerdings 2023 aufgrund der gestiegenen Hypothekenzinsen, einigen Lieferengpässen und den Teuerungsraten am Bau wohl eher unrealistisch sein dürfte.

Es reicht eben nicht, irgendwelche Ziele auszurufen, sondern es müssen auch die Rahmenbedingungen dann so gesetzt werden, dass die Akteure am Markt einen Anreiz haben, zur Erfüllung dieses Zieles beizutragen. Denn noch ist Deutschland eine soziale Marktwirtschaft und keine sozialistische Planwirtschaft.

In Baden-Württemberg ist tendenziell seit 1994 eine kontinuierlich abnehmende Anzahl fertiggestellter Wohnungen zu beobachten, wohingegen die Bevölkerung von 10,27 Mio. Einw. auf 11,13 Mio. Einw. gewachsen ist.

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Durchschnittliche Kaufwerte für Bauland

Alle Regierungsbezirke mit Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg

Nachfolgend können Sie sich für Baden-Württemberg (gesamt), für die einzelnen Regierungsbezirke (gesamt) oder die einzelnen Stadt- oder Landkreise innerhalb eines Regierungsbezirkes den Umsatz des entsprechenden Jahres (Zahl der Kauffälle) und den durchschnittlichen Kaufwert für Wohnbauland (erschließungsbeitragsfrei) anzeigen lassen.

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg









Nach Auswahl bei Touchscreens:

touch_app




Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg



Die durchschnittlichen Kaufwerte sind auch ein gutes Indiz für das Preisniveau in den jeweiligen Regierungsbezirken, Landkreisen oder Stadtkreisen.

Sie hängen aber sehr stark auch vom zufälligen jährlichen Grundstücksverkehr ab - zum Beispiel davon, ob in starken Gegenden mehr Umsatz war als in schwächeren Stadtteilen, oder ob ein großes Neubaugebiet auf den Markt gekommen ist.

Daher können die Werte von einem auf das andere Jahr stark schwanken.

Zum Vergleich für die ausgewählte Stadt/ den ausgewählten Landkreis oder Regierungsbezirk ist der für das ausgewählte Jahr dokumentierte Minimum- und Maximum- Kaufmittelwert aus ganz Baden-Württemberg aufgeführt. Für das Jahr 2020 und davor hat das Statistische Landesamt leider keine "Anzahl der Kauffälle" veröffentlicht, so dass man leider nicht die Entwicklung des Umsatzes auf dem jeweiligen regionalen Immobilienmarkt sieht.

Zudem haben für 2020 nicht alle Teilnehmer auch den Bodenwert für reine Wohnbauflächen veröffentlicht, sondern teilweise nur den für alle Baulandarten, so dass manchmal der Vergleich etwas hinken kann.

Für ganz Baden-Württemberg ist der Umsatz für Grundstücke in Wohngebieten um rund 17,72 % zurückgegangen. Dafür ist der durchschnittliche Kaufwert pro m² von 245 €/ m² um 26,12 % auf 309 €/ m² gestiegen.

In der unteren Grafik ist die Entwicklung der Kaufwerte für die ausgewählte Stadt (den ausgew. Landkreis) von 1975 bis 2021 dargestellt.

Leider weist die Veröffentlichung des Statistischen Landesamtes hier teilweise Lücken auf.



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Wohnungspreise (Bestand)

Jahre 1989 - 2021
















Für die Preisinformationen wurden verlässliche Quellen herangezogen und zunächste alle Preise für einfache bis sehr gute Wohnungen gesammelt.

Die Schwierigkeit liegt darin, dass die Angaben zu einfachen, mittleren und guten Wohnungen nicht "genormt" sind, so dass unterschiedliche Quellen, diese Angaben unterschiedlich interpretieren. Deshalb wurde für jedes Auswertungsjahr ein "Array" (Bereich) gebildet, in dem alle gesammelten Daten der unterschiedlichen Quellen zusammen eingestellt und dann aufsteigend sortiert wurden.

Dadurch erhält man für die ausgewählte Stadt und das ausgewählte Jahr einen sehr guten Überblick, der durch mehrere Quellen validiert ist.

Doppelte Werte wurden nicht entfernt, so dass man auch eine Häufung in einem bestimmten Preis sehen kann.

In der unteren Grafik ist die Entwicklung des langjährigen Mittelwerts dargestellt.

Es ist hier nur der Teilmarkt "Wiederverkauf" ohne Erstverkauf dargestellt.



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Korrelation Bodenwert u. Siedlungsdichte

Stadtkreise | Landkreise in Baden-Württemberg


Bei den Landkreisen ist die Korrelation ganz eindeutig gegeben. Hier ergibt sich ein Bestimmtheitsmaß r2 von rund 0,83 für die lineare Funktion (Bodenwertniveau) f (x) = 0,3891x + 33,602 für x = Einwohner pro km 2.

Aber wie sieht es bei den Stadtkreisen (große Städte) in Baden-Württemberg aus?





Die beste Näherungsfunktion ist eine polynomische Funktion 2.Grades: f (x) = 0,00009 x 2 - 0,1593 x + 363,6. Das Bestimmtheitsmaß r 2 liegt hier aber lediglich bei rund 0,45. Die Korrelation ist also nicht sehr hoch.

Man kann daher bei größeren Stadtkreisen offensichtlich das Bodenwertniveau nicht bzw. schlecht alleine mit der Siedlungsdichte erklären bzw. dieses nicht alleine daraus ableiten.

Verwendet wurden Daten von 2001, weil für dieses Jahr alle Daten für Kaufwerte und Siedlungsdichte lückenlos vorlagen. Die Punkte sind folgenden Städten zuzuordnen (SD/BW):

  • Baden-Baden: (376/394)
  • Heidelberg: (1289/614)
  • Freiburg i. Br.: (1340/361)
  • Heilbronn: (1194/304)
  • Stuttgart: (2815/708)
  • Ulm: (988/228)
  • Karlsruhe: (1606/286)
  • Pforzheim: (1195/202)
  • Mannheim: (2115/305)


Um weitere Schlüsse aus der Bedeutung der Siedlungsdichte im Zusammenhang mit dem Bodenwertniveau zu ziehen, müßte man noch mehr Städte untersuchen und evtl. regionale Besonderheiten mit einbeziehen. Was man vielleicht sagen kann ist, dass eine Stadt, die bei gleicher Siedlungsdichte ein höheres Bodenwertniveau aufweist, die besseren Rahmenbedingungen (höhere Attraktivität) aufzuweisen scheint. Genauso ist beim Vergleich parallel zur x- Achse davon auszugehen, dass bei zwei Städten mit gleichem Bodenwertniveau vermutlich diejenige mit der geringeren Siedlungsdichte grundsätzlich die höhere Attraktivität aufweist.



Zur Überprüfung wurde noch einmal eine größere, bunt gemischte Gruppe von 88 Städten aus unterschiedlichen Regionen in Baden-Württemberg hinsichtlich der Korrelation Siedlungsdichte zu Bodenwert untersucht. Das Ergebnis kann in dem nachfolgenden Chart begutachtet werden:



Als rote Linie ist die Näherungsfunktion f (x) = - 0,0007 x 2 + 0,5391 x + 222,365 dargestellt (Geltungsbereich 140 < x < 3000). Die Daten weisen einen r- Wert von rund 0,547 auf. Dies liegt etwas höher als bei den größeren Stadtkreisen.

Sowohl die Einwohnerzahl als auch die Gesamtfläche des Stadtgebietes in km2 wiesen überhaupt keine Korrelation mit dem Bodenwertniveau einer Stadt auf. Diese Größen werden - wie bereits oben beim Rems-Murr-Kreis beschrieben - erst relevant im regionalen Kontext innerhalb eines Landkreises, nachgeordnet nach dem Zentralitätsindex (Entfernung vom nächsten Ober- bzw. Mittelzentrum).

Nimmt man die Näherungsfunktion als Trennlinie, so kann man sagen, dass eine Stadt umso attraktiver ist (wenn man den Bodenwert als Maß für die Attraktivität sieht), je weiter sie oberhalb der roten Linie liegt und umso unattraktiver, je weiter sie unterhalb der roten Linie liegt.

Die Bodenwerte wurden für diesen Chart der Broschüre 'LBS- Markt für Wohnimmobilien 2022' entnommen. Die Flächen der Städte und die Einwohnerzahlen für 2022 wurden im Internet recherchiert.

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Korrelation Bodenwert u. Wohnungspreise

88 Städte in Baden-Württemberg



Als Trend- Funktion bietet sich hier die Exponentialfunktion f(x) = 3493,1 * e 0,0005 x an, wobei e = Eulersche Zahl (2,71828...). Der r-Wert liegt bei rund 0,664, was eine ganz gute Korrelation beschreibt. Die Eingangsdaten stammen von der LBS Wohnimmobilienbrochüre 2022. Es wurden die Daten für den "häufigsten Wert" verwendet. Mit noch valideren Daten (z. B. vom Gutachterausschuss und evtl. innerhalb einer Stadt differenziert nach Stadtteilen) würde sich vermutlich eine noch höhere Korrelation ergeben.

Dies ist ein erwartbares Ergebnis, da ja der Bodenwert Bestandteil des Wohnungspreises ist, wobei hier die Preise für Eigenheime zur Bestimmung des Bodenwertniveaus herangezogen wurden. Der Bauträger kauft das Grundstück ein und baut darauf die Wohnanlage. Daher ist klar, dass gerade im Erstverkauf eine hohe Korrelation zwischen Bodenwert und Erstverkaufspreisen für Wohnungseigentum besteht. Man sieht bei den Wiederverkaufspreisen daher - auch erwartbar - eine etwas geringere Korrelation, da verstärkt das Spiel von Angebot- und Nachfrage auf dem Teilmarkt für wiederverkaufte Wohnungen eine Rolle spielt und nicht so sehr der Bodenpreis als Bestandteil des Wohnungspreises. Trotzdem ist auch hier eine Korrelation alleine durch das Bodenwertniveau gegeben.





Näherungsfunktion: f(x) = 2.399,195 * e 0,0005319 x . Korrelation (r-Wert): rund 0,53. Die Steigung (erste Ableitung) ist sowohl bei Erstverkaufs- als auch bei den Wiederverkaufspreisen ungefähr gleich - nämlich e0,0005 x . D.h. die Funktion für die Wiederverkaufspreise ist lediglich um den Faktor von rund 0,69 in Richtung x- Achse verschoben. Das heißt, im Mittel liegt der Abschlag auf die Erstverkaufspreise bei rund 31 Prozent (Daten von 2022).



Schwäbisch Hall | Immobilienpreise (Mittelwerte) | Zeitraum 2004 - 2023

Wohnungspreise | Erst- und Wiederverkauf |
Häuserpreise -
freistehende Eigenheime |
mittlere Bodenwerte (Bauland)

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Daten- Quelle: LBS "Markt für Wohnimmobilien"



Auch in Schwäbisch Hall sind die Immobilienpreise ab 2016 stark gestiegen. Die Preise weisen insbesondere bei gebrauchten, freistehenden Einfamilienhäusern ab 2018 einen steilen Anstieg auf. Die Steigung der Kurve ist hier höher als beispielsweise bei den Baulandpreisen.



Heidenheim | Immobilienpreise (Mittelwerte) | Zeitraum 2004 - 2023

Wohnungspreise | Erst- und Wiederverkauf |
Häuserpreise -
freistehende Eigenheime |
mittlere Bodenwerte (Bauland)

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Daten- Quelle: LBS "Markt für Wohnimmobilien"



Der Immobilienmarkt in Heidenheim hat ein ähnliches Bodenwertniveau wie Schwäbisch Hall, wie man am Vergleich der beiden Grafiken erkennen kann (Schwäbisch Hall siehe vorhergehende Grafik). Auffällig ist die unterschiedliche Entwicklung der Preise für Einfamilienhäuser im Wiederverkauf. In Heidenheim dümpelten diese gem. den LBS- Daten im mittleren Preissegment im Zeitraum 2004 bis 2021 zwischen 200.000 - 300.000 Euro dahin. Erst ab 2022 kam in Heidenheim der Ausbruch über 400.000 Euro, während in Schwäbisch Hall von 2016 - 2023 eine stetige Steigerung von 300.000 Euro bis auf 600.000 Euro zu verzeichnen ist.



Energieeffizienz | Immobilienbewertung |
Gebäudestruktur in Deutschland

Baujahresklassen -
und ihr durchschnittlicher
Endenergiebedarf

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Nachfolgend ist der gesamte Wohngebäudebestand in Deutschland nach Baujahresgruppen dargestellt. Jeder Baujahresgruppe ist der entsprechende Endenergiekennwert (KWh/qm*a) zugeordnet. Dieser wurde einer Auswertung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz entnommen. Abweichend davon wurde für alle Baujahre bis 2021 in etwa eine durchschnittliche Energieeffizienz von rund 50 KWh pro qm und Jahr unterstellt. Die Aufteilung der Wohngebäude wurde der Auswertung des Institutes für Wohnen und Umwelt entnommen. Die Abgrenzung der Energieeffizienzklasse und des zugehörigen Gebäudebestandes kann teilweise um ein Jahr versetzt sein. Dies ist aber für das Endergebnis zu vernachlässigen. Es ergibt sich folgendes Bild:


GMH = Mehrfamilienhäuser >= 13 Wohnungen

Daten- Quelle: BM für Wirtschaft und Klimaschutz 2021 und IWU



Man sieht in der Grafik, dass fast ein Drittel des Gesamtbestandes an Wohngebäuden zwischen 1949 - 1978 erstellt wurde.

Dieser Gebäudebestand hat auch leider den höchsten mittleren Endenergiebedarf von rund 208 KWh/ qm*a. Von 1978 bis 2021 ist sowohl die Anzahl der in der jeweiligen Baujahresgruppe erstellten Wohngebäude als auch der durchschnittliche Endenergiebedarf kontinuierlich gesunken. Der errechnete Mittelwert des gesamten Wohngebäudebestandes liegt demnach bei rund 162 KWh/ qm*a. Man sieht also den enormen Sanierungsbedarf, wenn man beim heutigen Neubau von etwa knapp 30 KWh/qm*a ausgeht.

Vergleichen Sie doch beim Kauf eines Hauses oder einer Wohnung einmal den im Energieausweis angegebenen Endenergiebedarf mit den hier dargestellten Mittelwerten. Dann sehen Sie, ob das Haus/ die Wohnung, das/die Sie kaufen möchten, einen höheren oder niedrigeren Endenergiebedarf hat. Falls Sie eine Immobilienbewertung für die Immobilie benötigen melden Sie sich. Ich ermittele gerne den aktuellen Marktwert für diese Immobilie.



Immobilienbewertung | NHK2010- Baukosten |
Endenergiebedarf

Untersuchung des Zusammenhanges
zwischen Baukosten und
durchschnittlichem Endenergiebedarf

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Wir möchten uns hier einmal anschauen, ob es einen Zusammenhang zwischen den NHK2010- Bauwerten eines Einfamilienhauses (Gebäudetyp 1.01) und den jeweils baujahrestypischen Endenergiewerten (KWh/qm * a) gibt. Vereinfachend gehen wir hierzu von folgenden Annahmen aus:

  • mit zunehmender Energie- Effizienz steigt auch die sonstige Ausstattung des Gebäudes
  • je höher der Baukostenwert, desto besser die Energie- Effizienz
  • Ermittlung der KWh- Kennwerte teilweise mit Hilfe des Sanierungsrechners der KfW

Davon ausgehend habe ich die folgende Tabelle aufgestellt:

(Typ 1.01)BauwertEndenergie
 (EUR/ m² BGF)KWh/qm*a
(ergänzt)600300
Standardstufe 1655250
Standardstufe 2725176
Standardstufe 3835131
Standardstufe 41005102
Standardstufe 5126050


Aus dem Bauwert auf der y-Achse und der Energieeffizienz auf der x-Achse ergibt sich der folgende grafische Zusammenhang:


Die Trendfunktion (rote Linie im Graphen), die den Zusammenhang zwischen Bauwert und Endenergiebedarf unter den o.a. Prämissen mit einer Korrelation von 0,9856 beschreibt, ist eine Potenzfunktion mit der folgenden Funktionsgleichung:

y (Bauwert) = 6745,7 * x (Endenergiebedarf)- 1,424

Dies ist m. E. eine ganz gute Näherungsfunktion, wie man den ungefähren NHK2010- Ausgangsbauwert (vor Indexierung) aus dem Endenergiebedarf ableiten kann.

Für die Ableitung des Endenergiebedarfs aus dem Bauwert sieht der Graph folgendermaßen aus:

Hier ist die Korrelation (r2) = 0,9856. Die Funktionsgleichung lautet:

y (Endenergiebedarf) = 8 * 108 * x (Bauwert)-2,322

Nachfolgend ein Rechner, mit dem Sie entweder den Bauwert mittels Endenergiebedarf schätzen können oder umgekehrt. Der Rechner dient der groben Plausibilisierung der NHK2010- Bauwerte (vor Indexierung) für den Gebäudetyp 1.01 (freistehendes Einfamilienhaus mit KG, EG, ausgebautem DG) bzw. des zugehörigen ungefähren Endenergiebedarfs. Bitte wählen:



  

 


Bestand an Wohngebäuden | Deutschland | Bundesländer

Entwicklung des Bestandes
an Wohngebäuden
nach Bundesländern
1986 - 2021

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Daten- Quelle: Destatis

Ab dem Jahr 1996 ist Gesamt- Berlin (vorher nur West- Berlin) enthalten, sowie die östlichen Bundesländer (Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen).



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