easyWert- Immobilienlexikon: BUCHSTABE “T”


Tragwerk

Das Tragwerk eines GebĂ€udes ist verantwortlich fĂŒr dessen Standsicherheit. Man unterscheidet zwei unterschiedliche Formen des Tragwerks eines GebĂ€udes:

1) Stab- bzw. Fachwerke (Lastenabtragung ĂŒber StĂ€be, TrĂ€ger, StĂŒtzen und Rahmen)

2) FlÀchentragwerke (Lastenabtragung durch Platten, Scheiben, Schalen)

Die Planung des Tragswerks ist Aufgabe des Tragwerksplaners.

Tragwerksplaner

Der Tragwerksplaner entwirft das Konzept fĂŒr ein Bauwerk, nach dem die Lastenabtragung erfolgen soll. Das Gewicht von Decken, Mauern und Dach stellt eine Last dar, die ĂŒber die Wandscheiben oder StĂŒtzelemente bis zum Fundament und zum Baugrund hin abgetragen werden muss. Der Tragwerkplaner entscheidet aufgrund der Vorgaben des Bodengutachters, der Dimension des Bauwerks und in Zusammenarbeit mit Architekt und Statiker, welche Art des Tragwerks fĂŒr ein GebĂ€ude das technisch, wirtschaftlich und ökonomisch sinnvollste ist. Weitere Aufgabe ist u. a. die Planung von Maßnahmen zum vorbeugenden Brandschutz von GebĂ€uden (Bsp. Ummantelung von StahlstĂŒtzen, DeckenaufhĂ€ngungen, um deren Widerstandsdauer im Brandfall zu erhöhen).

A

N

B

O

C

P

D

Q

E

R

F

S

G

T

H

U

I

V

J

W

K

X

L

Y

M

Z

Traufe

Als Traufe bezeichnet man die unterste Begrenzungslinie der DachflĂ€che (Tropfkante des geneigten Daches). Entlang der Traufe ist die Regenrinne montiert, die das vom Dach abfliesende Wasser aufnimmt und ĂŒber das Regenfallrohr in die Kanalisation abfĂŒhrt. ® Traufhöhe, Traufpunkt.

Traufhöhe, Traufpunkt

Der Traufpunkt ist der Schnittpunkt zwischen der Schnittlinie von senkrechter AußenwandflĂ€che und DachflĂ€che einerseits und dem GebĂ€udeschnitt andererseits. Die Höhe zwischen dem Traufpunkt und der GelĂ€ndeoberflĂ€che wird als Traufhöhe bezeichnet. Diese Traufhöhe darf daher nicht verwechselt werden mit der Höhe der Regenrinne. Bei DachĂŒberstĂ€nden ist die Traufhöhe nĂ€mlich grĂ¶ĂŸer, als die Höhe der Dachrinne ! Die Traufhöhe wird in BebauungsplĂ€nen manchmal als Obergrenze vorgegeben, so dass sie neben den anderen einzuhaltenden Vorschriften ebenfalls das Maß der baulichen Nutzung bestimmt.

Trockenestrich

Auch Fertigteileestrich oder Trockenunterboden genannt. Besteht aus vorgefertigten, miteinander kraftĂŒbertragend verbundenen Platten. Wird hĂ€ufig bei der Altbausanierung verwendet, insbesondere bei Holzbalkendecken, bei denen man aus statischen GrĂŒnden grĂ¶ĂŸere Auflasten durch herkömmliche Zement- oder Anhydritestriche vermeiden muss. Weitere Alternative: Gussasphaltestrich.

→ Estrich

Trockenbau                                     >>>Seitenanfang>>>

Deckenbekleidungen, abgehĂ€ngte Decken, nichttragende InnentrennwĂ€nde, Vorsatzschalen, Doppel- oder Hohlraumböden sind nur einige Beispiele fĂŒr Anwendungsbereiche im Trockenbau. Dabei werden keine noch nassen Baustoffe sondern industriell vorgefertigte Bauelemente wie Gipskartonplatten (Rigipsplatten) oder Holzwerkstoffplatten verbaut. Vorteile: KostengĂŒnstig und schnell. Aufgrund der modernen Komplettsysteme können auch Heimwerker mit Trockenbau viel in Eigenleistung herstellen (z. B. beim Dachgeschossausbau oder bei nachtrĂ€glichen InnentrennwĂ€nden.

Tausender-Regel

ARR multipliziert mit der Anzahl der Zimmer multipliziert mit dem Faktor 1000 ergibt einen ersten Richtwert fĂŒr die Bewertung eines Hotels oder Beherbergungsbetriebs.

TEGOVA

The European Group of Valuers Associations. Vereinigung von europĂ€ischen VerbĂ€nden der Immobilienbewerter, mit dem Ziel, europaweite Vereinheitlichungen auf dem Bewertungssektor zu schaffen und auch Lobbyarbeit auf diesem Gebiet zu betreiben. Die TEGOVA gibt u. a. das sogenannte “blue book” mit Bewertungsstandards heraus.

TransmissionswÀrme

WÀrmedurchgang durch ein Bauteil, durch Strahlung und durch Konvektion an den OberflÀchen. Kann errechnet werden aus dem U-Wert der FlÀche eines Bauteils. Der TransmissionswÀrmeverlust ist die von einer BauteiloberflÀche an die Umgebung abgegebene WÀrme.

Term-and-reversion-method

Bei der Term-and-reversion-method unterscheidet man zwischen den vertraglich gesicherten MietertrĂ€gen und den nach Ablauf der MietvertrĂ€ge ortsĂŒblich zu erzielenden Mieten. Die vertraglich fixierten Mieten werden aufgrund des geringeren Risikos mit einem etwas niedrigeren Kapitalisierungszinssatz (z.B. All risk yield - 0,5) ĂŒber die Vertragslaufzeit kapitalisiert. Die nach Vertragsablauf bis zum Ende der Restnutzungsdauer ortsĂŒblich zu erzielenden Mieten werden mit dem Multiplikator Years Purchase kapitalisiert und dann auf den Wertermittlungsstichtag diskontiert. Die Summe der Barwerte aus “Term” und “reversion” ergeben den investment value.

Trockenmauerwerk

Kaum bearbeitete Natursteine, die möglichst passend (mit engen Fugen) in einem möglichst stabilen Verband aufgeschichtet werden und ohne Mörtel halten. HohlrĂ€ume werden mit kleineren Steinen ausgefĂŒllt. Verwendung eigentlich nur als niedrige Trennmauern oder StĂŒtzmauern (Weinberge, Gartenbau). Neuere Variante: Äußerer Halt durch Drahtgestell.

Tragendes Mauerwerk                    >>>Seitenanfang>>>

Als tragendes Mauerwerk bezeichnet man Bauteile, die Lasten aus den darĂŒberliegenden Bauteilen, die Eigenlast und/oder Lasten aus horizontalen KrĂ€ften (Windlast) tragen. Tragendes Mauerwerk dient also der Lastabtragung und kann zusĂ€tzlich auch der GebĂ€udeaussteifung dienen.

→ Mauerwerksarten → Nichttragendes Mauerwerk

Traufel

Die Traufel ist ein Handwerkszeug des Maurers oder Gipsers, die damit Mörtel oder Putzmörtel auf das Mauerwerk auftragen bzw. abziehen. Es besteht heutzutage meist aus Edelstahl.

Treppenrisse                                   >>>Seitenanfang>>>

Der Riss nimmt einen treppenartigen Verlauf. Diese Rissform kann vielfache Ursachen haben. An GebÀudeecken weist dies meist auf statisch- konstruktiv bedingte Setzungsrisse hin (Baugrundsetzung mit Absenkung Fundament oder Bruch der Bodenplatte). Bei kleinerer Rissbreite kann es sich auch um Schwindrisse des Putzes bei unzureichender Dicke des Unterputzes handeln. Die genaue Schadensursache sollte bei einem Riss immer durch einen BauschadenssachverstÀndigen erfolgen.

→ Risse, Rissbildung → Risssanierung

Taupunkt

Die WasseraufnahmefĂ€higkeit von Luft ist abhĂ€ngig von der Umgebungstemperatur. Je wĂ€rmer die Luft, desto mehr Wasser in Form von Wasserdampf kann sie aufnehmen. Die relative Luftfeuchtigkeit gibt dabei den SĂ€ttingungsgrad der Luft in Bezug auf Wasserdampf an. Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 100 % ist die Luft gesĂ€ttigt. KĂŒhlt diese Luft nun weiter ab, wird der Taupunkt erreicht, es fĂ€llt Wasserdampf in Form von Kondensat aus und lagert sich insbesondere an kalten Bauteilen oder RaumoberflĂ€chen ab. Die Taupunkttemperatur, bei der Kondensat entsteht, hĂ€ngt also zum einen vom SĂ€ttigungsgrad der Luft in Form der relativen Luftfeuchtigkeit ab und zum anderen von der Umgebungstemperatur.

Topographie                                        >>>Seitenanfang>>>

Die wortwörtliche Übersetzung aus dem Griechischen bedeutet soviel wie Ortsbeschreibung. So wird dieser Begriff neben dem Fachgebiet der Geographie auch in der Medizin und in technischen Fachgebieten unterschiedlich gebraucht. Im Zusammenhang mit der Immobilienbeschreibung, der Immobilienbewertung oder der GrundstĂŒcksbewertung wird unter Topographie gemeinhin der Höhenverlauf der GelĂ€ndeoberflĂ€che des betreffenden GrundstĂŒcks einschließlich der Umgebung gemeint. Handelt es sich beispielweise um ein HanggrundstĂŒck oder um ein weitestgehend ebenes GelĂ€nde. Damit kann die Topographie eine erhebliche Rolle bei der Immobilienbewertung spielen. Sie hat Einfluss auf die Bebaubarkeit des GrundstĂŒcks, die Höhe der Baukosten, die Höhe der Erschließungskosten und auf typische Lagemerkmale wie Halbhöhenlage, Aussichtslage oder klassische ebene Wohngebietslage.

Trittschall

Trittschall entsteht durch das Laufen auf dem Fußbodenbelag. Es entsteht einmal Körperschall durch die Schwingung der Geschossdecke bzw. des Estrichs und je nach Fußbodenbelag auch Luftschall (auf Fliesenbelag mehr als auf Teppichboden). Durch eine schwimmende Verlegung des Estrichs und eine Entkoppelung mit Hilfe von geeigneten DĂ€mmmatten und RanddĂ€mmstreifen von Rohgeschossdecke und den angrenzenden WĂ€nden wird eine SchallĂŒbertragung auf die Geschossdecke und die UmgebungswĂ€nde verhindert, so dass sich der Körperschall nicht ĂŒber SchallbrĂŒcken ausdehnen und zu unerwĂŒnschten Schallimmissionen fĂŒhren kann. Schallwerte werden in Dezibel (dB) angegeben. Geregelt sind die Grenzwerte in der DIN 4109 (Stand 2008). Mittlere Dezibel-Grenzwerte fĂŒr Trittschall liegen unterhalb 53 dB, gute Werte liegen unterhalb von 46 dB fĂŒr den bewerteten Normtrittschallpegel.

TrittschalldÀmmung

Zwischen Rohgeschossdecke und Estrich werden DĂ€mmmatten aus Mineralwolle oder Polystyrol-Hartschaum verlegt, auf denen der Estrich dann “schwimmt”, um eine Übertragung des Trittschalls auf die Geschossdecke und damit auf die Wandscheiben zu verhindern. In der Regel wird zwischen Estrich und Fußbodenbelag (insbesondere bei Parkett oder Laminat) noch einmal eine zusĂ€tzliche TrittschalldĂ€mmung in Form von PE-Folie oder Kork-Bahnen verlegt.

Travertin

Poröser Kalkstein mit meist heller, gelblicher bis braunbeiger Farbe. Travertin besteht fast ausschließlich aus Calciumcarbonat, das in SĂŒĂŸwasserquellen in Form von Calcium- und Hydrogencarbonat- Ionen gelöst ist und unter bestimmten Bedingungen ausfĂ€llt. Bekannt sind die Travertinterrassen von Pamukkale in der TĂŒrkei. Eigenschaften: Geringe Festigkeit, gute WĂ€rmedĂ€mmung, gut bearbeitbar (sĂ€gen, brechen), relativ leicht. Verwendung meist zur Verkleidung (Fassade) oder als Baustein. Da es ein relativ junges Gestein ist, sind die Vorkommen von geringer Dicke. Das macht Travertin zu einem relativ teuren Baustoff. Bauwerke oder Fassaden aus Travertin sind hĂ€ufig denkmalgeschĂŒtzt. Ein Problem ist oft die starke Verwitterung des Gesteins, insbesondere wenn es in Stadtlage mit entsprechenden Luftimmissionen verbaut wurde.


Immobiliengutachten I Immobiliengutachter I GrundstĂŒcksbewertung I Haus bewerten I Verkehrswert I Marktwert I Immobilienbewertung I Immobilienkauf I Kaufpreis-Check I Gutachter I SachverstĂ€ndige I Wertermittlung I Immobilienwert I Baugutachter I BauschĂ€den I Ertragswert I Sachwert I GebĂ€udewert I Wohnungspreise I Immobilien Fachbegriffe I Due Dilligence Partner I Grundbuch I Eigentumswohnung I Einheimischenmodell I Kurzgutachten I www.fh-studiengang.de I AGB