easyWert- Immobilienlexikon: BUCHSTABE “S”


Sachwert, Sachwertverfahren

Der Sachwert einer Immobilie setzt sich zusammen aus dem Bodenwert, dem Bauwert, dem Wert der baulichen und sonstigen Außenanlagen und den Baunebenkosten. Näheres kann der Kurzzusammenfassung “Das Sachwertverfahren” entnommen werden.

Sanierungsgebiet

Falls Stadtteile ihre Funktion für gesundes Wohnen (und/oder Arbeiten) nicht mehr gewährleisten, z.B. weil die überwiegende Gebäudesubstanz verfallen ist, die Bebauungsdichte nicht mehr zeitgemäß ist oder Verkehrswege neu geregelt werden müssen, kann die Stadt gemäß § 142 BauGB mittels Sanierungssatzung ein Gebiet förmlich als Sanierungsgebiet ausweisen. Ziel ist die Behebung städtebaulicher Mißstände und die Verbesserung des Wohnumfelds. Am häufigsten dürfte die Sanierung alter Stadtkerne sein, um die Innenstädte attraktiver zu machen. Die Sanierung der Bausubstanz der Häuser innerhalb eines Sanierungsgebiets obliegt dem jeweiligen Eigentümer. Unrentierliche Kosten (Kosten die zu keinem Zuwachs der Erträge führen) privater Bauherren werden oft durch Zuschüsse oder Aufwendungsdarlehen der Kommunen oder Bundesländer gefördert. Weitere Informationen können dem Baugesetzbuch (BauGB) entnommen werden.

A

N

B

O

C

P

D

Q

E

R

F

S

G

T

H

U

I

V

J

W

K

X

L

Y

M

Z

Sanierung, Sanierungskosten              >>>Seitenanfang>>>

Unter der Sanierung eines Bauwerks versteht man gemeinhin die Revitalisierung der Baugewerke, die ihre Funktion für das Gebäude aufgrund einer technischen oder modischen Überalterung oder eines Baumangels nicht mehr erbringen können. Am Anfang einer Sanierung sollte zunächst eine Bauzustandsanalyse mit umfangreicher Bestandsaufnahme stehen. Hierzu sollte ein Fachmann für Altbausanierung (Fachfirma, Bausachverständiger) hinzu gezogen werden. Dies bietet die größte Gewähr für eine stilgerechte und energieeffiziente Modernisierung. Die professionelle Kostenschätzung ermöglicht es, die benötigten Finanzmittel möglichst genau ermitteln zu können (Eigenkapital, Fremdkapital, Förderdarlehen, Eigenleistungen)

Schiedsgutachten

Die rechtliche Grundlage für ein Schiedsgutachten bildet § 317 BGB (Bestimmung der Leistung durch einen Dritten). Um in einem strittigen Fall eine außergerichtliche Einigung zu erzielen oder um von vornherein keine Unklarheiten entstehen zu lassen, können sich Vertragsparteien darauf verständigen, für die Festlegung des Werts eines Vermögensgegenstandes (z.B. Immobilie) einen Schiedsgutachter zu bestimmen, dem die objektive und für beide Seiten verbindliche Wertfestsetzung (Immobilienbewertung) obliegen soll. Nachträgliche Änderungen oder die komplette Ablehnung des Gutachtens können dann nur beide Vertragsparteien gemeinsam beschließen.

Schlüsselfertig

In einem Werkvertrag zur Herstellung eines Bauwerks wird bestimmt, in welchem Zustand (Grad der Fertigstellung) das Haus übergeben werden muß. Unter “schlüsselfertig” versteht man die vollständige Fertigstellung inkl. vollständigem Innenausbau eines Hauses. Es fehlen meist nur noch die Außenanlagen. Es gibt jedoch durchaus auch abweichende oder zusätzliche Vereinbarungen. So wird oft eine Fertigstellung ohne Fußbodenbeläge und Malerarbeiten vereinbart, da diese oft in Eigenleistung erbracht werden. Ein weiterer Begriff in diesem Zusammenhang ist “technikfertig”. Hierbei wird in der Regel die Fertigstellung bis zur Rohinstallation der gesamten Haustechnik (Elektroinstallation, Wasser- und Abwasserinstallation, Heizungsinstallation) verstanden. Bei allen Bezeichnungen gibt es Spielarten, weshalb im Zweifelsfall immer ganz genau mittels Baubeschreibung bestimmt werden sollte, welche Gewerke in welcher Qualität vereinbart werden sollen. Hilfreich ist hier auch die Musterbaubeschreibung der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände.

Schalung

Beim Hausbau oder der Hausmodernisierung können viele Arten von Schalungen (flächiger Verbund von Brettern oder Schaltafeln) angetroffen werden. Durch vorübergehende Schalungen werden Gußformen für Betonbauteile geschaffen, die nach Aushärtung des Betons wieder entfernt werden. Ansonsten gibt es noch die Dachschalung auf den Dachsparren sowie die Untersparrenschalung an der sichtbaren Unterseite des Dachüberstands. Auch im Bereich der Fassade sind vorgesetzte Wandschalen aus unterschiedlichen Materialien anzutreffen.

Schallschutz                                       >>>Seitenanfang>>>

Neben dem Wärmeschutz ist der Schallschutz eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein gesundes und angenehmes Wohnen. Ruhe ist in unserer lauten und hektischen Gesellschaft mittlerweile ein seltenes und hohes Gut geworden, das insbesondere nach Rückzug in die eigenen vier Wände unverzichtbar erscheint. Grundsätzlich gilt, daß ein Bauteil einen umso besseren Schallschutz bietet, je höher seine Rohdichte ist. Das Problem im Bauwesen besteht nun darin, daß damit ein Zielkonflikt zwischen Wärmedämmung und Schallschutz vorliegt, da mit zunehmender Rohdichte die Wärmedämmfähigkeit eines Bauteils abnimmt. Hier muß der Architekt je nach Erfordernissen im Einzelfall die richtige Materialauswahl treffen. Man unterscheidet zwischen Körperschall und Luftschall. Beim Körperschall wird ein Bauteil in Schwingung versetzt und diese Schwingung von einem Bauteil auf ein anderes übertragen (z.B. Schallbrücken durch Putznasen bei zweischaligen Haustrennwänden oder ungenügender Schallschutz von Wasser- oder Abwasserinstallationen, Fließgeräusche ). Beim Luftschall überträgt sich der Schall durch Schwingung der Luftmoleküle (Außenschall, z.B. durch Flugzeuge). Für Gebäude in der Nähe von Flughäfen gelten besondere Anforderungen, die in der Schallschutzverordnung (SchallschutzV) geregelt sind. Auch bei der Immobilienbewertung sollte der Beeinträchtigung durch Schall einige Aufmerksamkeit gewidmet werden. Liegt das Gebäude in der Nähe von Schallquellen, die erhöhte Schallimmissionen abgeben (Flughäfen, Straßen, Bahnverkehrswege), ist dies bei der Immobilienbewertung zu berücksichtigen. In Grundstückspreisen sind jedoch solche wertmindernden Merkmale meist bereits berücksichtigt und bedürfen in der Regel keines weiteren Wertabschlages.

Schallbrücken

Schallbrücken sind ungewollte Verbindungen zwischen zwei Bauteilen, durch die der Schall übertragen werden kann. Häufig wirken bei Doppelhäusern durchgehend betonierte Geschoßdecken als Schallüberträger. Auch Beton- oder Putznasen zwischen zweischaligen Haustrennwänden, die beide Wände miteinander verbinden, wirken als Schallbrücke. Daher ist hier eine saubere Arbeitsweise besonders wichtig, um eine nachträgliche Sanierung, z.B. durch das Diamantseilsägeverfahren, unnötig zu machen.

Schiefer                                         >>>Seitenanfang>>>

Schiefer ist ein Naturgestein (Sedimentgestein), das aufgrund seiner parallel angeordneten Schichtungen gut spaltbar ist, so dass sich die bekannten Schieferschindeln für die Dachdeckung oder Fassadenbekleidung gewinnen lassen. Da die Aufspürung und Gewinnung von Schiefervorkommen recht kompliziert ist und die Verarbeitung nicht einfach (erfordert langjährige Erfahrung), ist das Material recht teuer im Vergleich zu herkömmlichen Ziegeln oder Deckplatten. Schiefer ist ein sehr hochwertiger und dauerhafter Baustoff, der aufgrund seiner edlen mattschwarzen Erscheinungsform meist nur bei entsprechend hochwertigen Immobilien bzw. zur Aufwertung einer Immobilie zum Einsatz kommt. Eine Dachdeckung aus Schiefer, Bodenbeläge aus Schiefer oder Fassadenverkleidungen aus Schiefer können daher immer einer gehobenen Ausstattung im jeweiligen Gewerk zugerechnet werden.

Schindeln, Schindeldeckung

Gerade in den Alpenländern findet man immer noch Dachdeckungen aus Holzschindeln (vor allem bei Stadeln und Schuppen, aber auch bei Wohnhäusern). Auch Fassaden können mit kleinen Holzschindeln verkleidet werden.

Schornstein

Der Schornstein ist ein vertikal verlaufendes Bauteil (gemauert, Glas-, Kunststoff oder Edelstahlröhre), das die bei der Verbrennung von Brennstoffen (Kohle, Gas, Öl, Holz, Holzpellets) entstehenden Rauchgase nach außen ableitet. Möglich ist dies durch den Kamineffekt, durch den die heißen Rauchgase nach oben strömen und ein Sog (Unterdruck) erzeugt wird, der verhindert, daß Rauchgase in Wohnräume entweichen. Wichtig sind Höhe und Durchmesser des Kamins. Durch die modernen Brenner (Brennwerttechnik, Niedrigtemperaturkessel) wurde in den letzten Jahrzehnten die Temperatur der Rauchgase immer mehr gesenkt. Dies führt in konventionellen gemauerten Kaminen mit zu großem Durchmesser zum Kondensieren der Rauchgase und zu Schäden (Versottung) an dem Mauerwerk des Kamins. Dies kann durch Nachrüstung durch geeignete Kamineinsätze aus Edelstahl oder Glaskeramikmaterialien verhindert werden. Aufgrund der Gefahr durch die Rauchgase sind Heizanlagen und Kamine vor Inbetriebnahme immer vom Schornsteinfeger im Rahmen einer förmlichen Abnahme zu überprüfen. Wenn man sowohl mit Festbrennstoffen wie Holz oder Kohle als auch mit einer modernen Brennwerttherme heizen möchte sollte man bei Erwerb einer Bestandsimmobilie darauf achten, ob zwei getrennte Kaminzüge vorhanden sind.

Schwinden, Schwindrisse, Schwindmaß

Bei Baustoffen versteht man unter dem Schwinden die Volumenreduzierung des Baustoffs beim Austrocknen. So können bei zu schnellem Austrocknen z.B. bei direkter intensiver Sonnenbestrahlung von Mörteln oder Putzen Schwindrisse entstehen. Bei der Immobilienbewertung (Baugutachter, Bauschadensgutachten) sind solche Risse danach zu beurteilen, ob Sie im Rahmen der optischen Mängel noch den Regeln der Technik entsprechen und hingenommen werden müssen oder einen Baumangel aufgrund nicht sachgemäßer Ausführung darstellen. Unter dem Schwindmaß versteht man das Verhältnis zwischen Volumen- bzw. Ausdehnung des Materials vor und nach der Trocknung.

Solaranlage, Sollarkollektor             >>>Seitenanfang>>>

Grundsätzlich wird bei Solaranlagen Sonnenenergie (Strahlungsenergie) in Wärme (thermische Solaranlage) oder Elektrizität (Photovoltaikanlage) umgewandelt. Bei der Wärmegewinnung durch Solarkollektoren wird die erzeugte Wärme meist als zusätzliche Möglichkeit zur Warmwasserbereitung genutzt. Eine optimale Nutzung eines Solarkollektors ist möglich bei Südausrichtung des Daches und einer Dachneigung von 35 – 50 Grad. Auch die Sonnenscheintage pro Jahr spielen eine Rolle. Photovoltaikanlagen speisen den erzeugten Strom meist ins öffentliche Stromnetz ein und der Eigentümer erhält dafür eine Vergütung. Bei Photovoltaik-Anlagen ist fraglich, ob Sie wesentliche Bestandteile der Immobilie sind, da Sie keine direkte Funktion für das Haus und die benötigte Energiegewinnung erbringen. Muss diese Frage verneint werden, können Photovoltaik-Anlagen bei der Immobilienbewertung nicht mit berücksichtigt werden. Wenn sie Berücksichtigung finden, ist die Nachhaltigkeit der Erträge zu prüfen.

Solnhofener Platten

Naturstein aus hoch verdichtetem Kalkstein mit sehr guter Homogenität. Sehr gute baubiologische und bauphysikalische Eigenschaften. Gut geeignet als Fußbodenbelag über Fußbodenheizungen. Sonstige Nutzungen: Wandbekleidungen, Treppenstufen, Fensterbänke. Verwendung vor allem im Innenraum, da nicht frostbeständig. Die häufigsten Farben sind: Beige, creme, hellbraune bis gelbe Töne.

Sheddach (Sägezahndach)

Das Sheddach wird auch Sägezahndach genannt. Das Sheddach sieht aus wie viele aneinander gereihte, stark geneigte Pultdächer. Diese Dachform ist oft bei Fabrikhallen anzutreffen, da damit große Spannweiten einfacher überbrückt werden können und auch eine gute Belichtung über das Dach erfolgt.

Sparren                                        >>>Seitenanfang>>>

Sparren sind parallel zum Ortgang vom First zur Traufe (Fußpfette) verlaufende Balken und damit die äußeren tragenden Teile eines Steildaches. Beim Flachdach verlaufen die Sparren parallel zur obersten Geschossdecke. Sie bestehen meist aus Holz, können aber auch aus anderen Materialien bestehen.

Sparrendach

Ein Sparrendach besteht aus mehreren hintereinander aufgestellten Dreiecksbindern. Die Windfestigkeit erfolgt durch eine Windrispe (schräg über die Sparren verlaufendes Band gegen Zugbeanspruchung). Bei flacheren Dachneigungen werden die beiden Sparren zur Aussteifung gegen die waagerecht wirkenden Kräfte mit einem so genannten Kehlbalken verbunden. Man spricht dann auch von einem Kehlbalkendach. Vorteil des Sparrendachs: Frei nutzbarer Dachraum, da keine zusätzlichen Stützen zur Lastenabtragung erforderlich sind. Nachteil: Nachträgliche Dachaufbauten sind schwierig, da die in sich tragende Konstruktion der einzelnen Dreiecksbinder nicht unterbrochen werden kann ohne weitere Abfangungen.

Souterrain

Das Souterrain ist ein Geschoss, das meist noch Fenster auf oder knapp über Geländeniveau hat, so dass das Geschoss je zur Hälfte unter und über dem Niveau des Geländes liegt. Dies kommt insbesondere bei Altbauten vor, die ein Hochparterre haben. Siehe auch Parterre.

Stahlbeton

Stahlbeton besteht aus Beton und Baustahl. Beton besitzt eine gute Druckfestigkeit, aber eine geringe Zugfestigkeit. Deshalb verwendet man zur Armierung des Betons gerippten Rundstahl, meist in Form von Matten oder Geflechten, der zusammen mit dem Beton einen sehr belastbaren Baustoff ergibt. Da beide Stoffe etwa gleiche Wärmeausdehnungskoeffizienten aufweisen, ist eine kombinierte Anwendung im Verbund überhaupt erst möglich, ohne dass es zu Rissbildungen und Verformungen kommt. Wichtig ist die ausreichende Überdeckung des Stahls durch den Beton, da die alkalischen Bestandteile des Zements unter Luftabschluss die Korrosion des Stahls verhindern. Korrodiert der Stahl durch Einwirkung von Luft und Wasser, kommt es durch die Oxidation des Metalls zu einer Volumenzunahme und in Folge dessen zu Abplatzungen und Schäden am Beton, die die Funktionsfähigkeit des Bauteils langfristig gefährden.

Steildach

Bei einer Neigung der Dachflächen von größer 30 Grad spricht man von einem Steildach. Zwischen 10 – 30 Grad spricht man von einem „flach geneigten Dach“. Unter 10 Grad Dachneigung handelt es sich um ein Flachdach. Siehe auch → Flachdach DachformenDachneigung

Stuck                                              >>>Seitenanfang>>>

Material aus Gips, Kalksteinmehl, Sand und Wasser das schnell aushärtet und sich daher gut eignet, um Wände und Decken mit Ornamenten zu verzieren. Heute findet man in Altbauwohnungen in Gebäuden der Gründerzeit häufig noch Stuckornamente, insbesondere an Decken umlaufende Stuckrahmen. Solche Ornamente in der typischen Form werden heute auch aus Styropor angeboten und sind einfach anzubringen und zu überspachteln bzw. zu streichen.

Schadstoffe

Es gibt eine Reihe von Schadstoffen, die in Baustoffen enthalten sein können und bei ihrer Freisetzung (Stäube, Ausgasung, Auswaschung) potentielle Gefahren für Mensch, Tier und Pflanzen darstellen. Die bekanntesten Schadstoffe im Bauwesen dürften die folgenden sein: Asbest, Formaldehyd, Pentachlorphenol (PCP), Polychlorierte Biphenyle (PCB), Lindan, Lösemittel. Näheres kann der Aufstellung des Umweltbundesamts entnommen werden.

Schädlinge

Die größte Bedeutung bei Schädlingen im Bauwesen haben Holz zerstörende Insektenlarven und Pilze. Hier sind bei den Insekten insbesondere die Trockenholzinsekten gefährlich, da sie auch bereits verbaute Hölzer mit niedrigem Feuchtegehalt befallen können. Hierzu gehören vor allem der Hausbockkäfer und der Holzwurm (Pochkäfer). In den Tropen ist die Termite der bekannteste Holzschädling. Bei den Pilzen ist der Hausschwamm wohl der bekannteste und am meisten gefürchtete Pilz. Die meisten Pilze benötigen einen bestimmten Feuchtegehalt, um sich im Holz wohlzufühlen. Die Pilzsporen können jedoch auch in Trockenheit lange überdauern und dann bei erneuter Verfügbarkeit von Feuchtigkeit wieder ein neues Pilzgeflecht (Mycel) bilden. Diese Eigenschaft macht die Pilze auch so gefährlich, da das Bauwerk manchmal auch nach Sanierung erneut befallen wird. Dies führt in der Bewertung der Gebäudesubstanz bzw. bei der Immobilienbewertung zu Abschlägen bei solch befallenen Häusern, auch wenn diese saniert wurden (merkantiler Minderwert).

Schimmelpilz

Siehe Ratgeber des Umweltbundesamts zum Thema Schimmelpilze.

Salzausblühungen

Bei Natursteinen und Mauerwerksziegeln kann es zu Salzausblühungen kommen. Diese entstehen durch eindringendes Wasser, das die im Mauerwerk enthaltenen Salze löst und/oder exogene Salze ins Mauerwerk bzw. den Putz transportiert. Das Wasser verdunstet insbesondere im oberflächennahen Bereich, die Salze kristallisieren und führen durch die dabei entstehende Volumenvergrößerung zu Schäden (Risse, Abplatzungen). Bei diesen Salzen handelt es sich um Sulfate (Salze der Schwefelsäure), Carbonate (Salze der Kohlensäure), Chloride (Salze der Salzsäure), Nitrate (Salze der Salpetersäure). Diese Ausblühungen werden umgangssprachlich als Mauersalpeter bezeichnet, wobei der echte Mauersalpeter eigentlich durch die Salze des Calciumnitrats verursacht wird. Die Nitrate sind allgemein sehr gut wasserlöslich und stark hygroskopisch, weshalb sie zu den schädlichsten Salzen gehören. Sie treten fast immer in (ehemaligen) Ställen auf, da sie beim Zersetzungsprozess von Urin und Tierkot entstehen. Daher ist bei Umnutzung solcher Gebäude meist eine vorherige Sanierung des Mauerwerks erforderlich, um die Gebäudesubstanz dauerhaft zu erhalten. Die Schädlichkeit der bei Ausblühungen in Erscheinung tretenden Salze beruht also zum einen auf dem Prozess der Kristallisation und zum anderen auf ihrer Eigenschaft der Hygroskopie. Dadurch wird Wasser dauerhaft in das Mauerwerk eingelagert, die Salze werden immer weiter ausgebreitet. Das feuchte Mauerwerk verliert seine Wärmedämmfähigkeit und es kommt zu unschönen optischen Beeinträchtigungen und Putzablösungen, die zusätzlich den Schutz gegen Witterungseinflüsse wie Schlagregen vermindern und zu zusätzlichen Durchfeuchtungen führen. In Folge von Frosteinwirkung kommt es zu physischen Mauerwerksschäden durch Abplatzungen.

Sandstein                                          >>>Seitenanfang>>>

Sedimentgestein, das aus Sandkörnern entsteht, die durch ein Bindemittel verkittet werden. Die Sandkörner entstehen bei der Verwitterung von Gestein. Bei der Verwitterung bleiben hauptsächlich die verwitterungsresistenten Gesteinsbestandteile (u. a. Quarz) bestehen. Daher ist Sandstein selbst aufgrund des hohen Quarzanteils relativ verwitterungsresistent. Als Bindemittel treten Eisenoxide auf (roter Eisensandstein), Calcit (natürlicher weißer Kalksandstein), Tonminerale (gelber oder beiger Tonsandstein). Häufig verwendet wurde der Sandstein für Fassaden von Gründerzeitgebäuden.

Salpeter

Auch Mauersalpeter genannt. Siehe Salzausblühungen.

Setzungen von Gebäuden

Unter Setzung versteht man das allmähliche Nachgeben des Baugrundes und/oder des Bauwerks bzw. einzelner Teile eines Bauwerks. Jeder kennt den „Schiefen Turm von Pisa“, bei dem die ungleichmäßige Setzung zu einem Schiefstand des Turmes geführt hat. Gründe für die Setzung eines Bauwerks können recht vielfältig sein. Häufig ist bei älteren Gebäuden keine ausreichende Untersuchung der Tragfähigkeit des Baugrundes erfolgt. Weitere Gründe können sein: Erschütterungen (Schwerlastverkehr, Erdbeben), Bodenerosion, Abgrabungen und Bautätigkeit in unmittelbarer Nachbarschaft (Reihenbebauung), Veränderungen des Grundwasserspiegels. Selten machen sich Setzungen so spektakulär bemerkbar wie beim Turm in Pisa, auch wenn Gebäudeneigungen in Folge von Gründungsfehlern bzw. unzureichender Tragfähigkeit des Baugrundes häufiger sind, als man glauben sollte. Meistens treten Risse im Mauerwerk bzw. Verformungen im Tragwerk auf an denen Setzungen erkennbar werden (z. B. Treppenrisse).

Standsicherheit von Gebäuden           >>>Seitenanfang>>>

Die Standsicherheit eines Gebäudes muss gesichert sein, um materielle und immaterielle Schäden zu vermeiden. Möglichst sollte dies auch bei Versagen eines Bauelements oder Systemversagen mehrerer Elemente der Fall sein. Der rechnerische Nachweis dieser Standsicherheit durch den Statiker heißt Standsicherheitsnachweis. Die Standsicherheit kann durch viele Faktoren beeinträchtigt werden: z. B. Planungsfehler, Materialfehler, Materialermüdung, Änderung der Bodengeologie, Hochwasser (Auftrieb), Grundwasseränderungen.

Standsicherheitsnachweis

Rechnerischer Nachweis, dass die anfallenden Lasten des Tragwerks durch die Bauteile abgetragen werden. (Quotient aus aufnehmbaren und anfallenden Lasten). → Standsicherheit

Scheibenputz

Putz wird angeworfen und mit Holzbrett oder Kunststofftraufel gleichmäßig verscheibt (abgerieben).

Beipielbild

Spritzputz

Dünnflüssiger und in der Regel kleinkörniger Putz. Der Materialauftrag erfolgt maschinell mit einem geeigneten Spritzgerät ohne weitere Bearbeitung der Putzstruktur.

Beipielbild

Stoßfuge

Die Stoßfuge ist der vertikale Zwischenraum zwischen zwei nebeneinander liegenden Steine einer Schicht. Je nach Art des vermauerten Steins erfolgt eine Stoßfugenvermörtelung (z.B. Vollziegel ohne Verzahnung) oder die Steine werden “knirsch” vermauert, d.h. ohne Mörtel in der Stoßfuge. Dies empfiehlt sich aber nur, wenn der Stein über eine Verzahnung an den Stößen oder eine Art Nut und Feder- System verfügt, damit die erforderliche Dichtheit (Wärmedämung, Winddichtheit) auch ohne Mörtel erreicht wird.

Schwemmsteine                              >>>Seitenanfang>>>

Schwemmsteine wurden ca. Mitte des 19. Jahrhunterts (um 1845) erfunden. Sie bestanden anfangs aus Bimsgranulat (Bimskies) unter Verwendung von Kalk als Bindemittel. Später wurde Zement als Bindemittel benutzt. Auch heute noch wird Bimsgestein aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften als Baustoff verwendet. So z. B. als Zuschlagsmittel bei der Herstellung einiger Leichtbetonsteine. Bims ist ein Eruptivgestein, das sich bei schneller Ausdehnung und Abkühlung von Lava bildet. Dabei entsteht ein poröses Gestein (aufgeschäumte Lava) mit sehr unterschiedlichen Farben (von weiß bis fast schwarz) mit sehr guten Wärmedämmeigenschaften und ausreichender Stabilität. Bims enthält keine wasserlöslichen Salze. Salzausblühungen aus dem Stein selbst kommen daher nicht vor.

Sockelfeuchtigkeit

Feuchtigkeit im Sockelbereich von Außenmauerwerk ist ein weit verbreitetes Problem. Insbesondere durch Spritzwasser und vor allem bis an den Außenputz des Mauerwerks ohne Schutz herangeführte, wasserspeichernde Materialien (z. B. Kehrsand zum Schließen von Platten- oder Steinfugen) führen zu einer Durchfeuchtung des Sockels, es kommt zu Salzausblühungen und Farb- sowie Putzabplatzungen. Gerade heutige durch Additive veränderte Außenputze müssen im Sockelbereich vor direktem Kontakt mit Kies, Sand oder Mutterboden geschützt werden, um Feuchtigkeitsschäden zu verhindern.

Schnurgerüst

Das Schnurgerüst dient dazu, die Gebäudeabmessungen (Grundriss, Höhenlage) auf das Gelände zu übertragen. Dazu werden an den Ecken der Baugrube (entsprechend den Ecken des späteren Gebäudes) jeweils drei Pfähle eingeschlagen. Die drei Pfähle werden mit Brettern verbunden, damit die Aussteifung und Festigkeit des Schnurgerüsts gegeben ist. Dann werden auf den Brettern Nägel eingeschlagen, an denen mittels Nylonschnüren die Außenwandfluchten des späteren Gebäudes markiert werden können. Anschließend kann per Senklot die Außenkante der Fundamente bzw. Bodenplatte für die Gründung des Gebäudes markiert werden. Das Einmessen des Schnurgerüsts bzw. dessen Abnahme ist aufgabe des Vermessungsingenieurs (Geometer).

Sauberkeitsschicht

Nach dem Erdaushub muss zur Vorbereitung des Betonierens der Bodenplatte eine sauberem ebene Fläche geschaffen werden, auf der die Abstandshalter der Bewehrung der Bodenplatte aufgstellt werden können. Diese Abstandshalter gewährleisten, dass die Bewehrung in ausreichender Dicke durch Beton überdeckt wird, um die Korrosion des Baustahls zu verhindern. Die Sauberkeitsschicht wird in der Regel aus unbewehrtem Beton in ca. 5 cm Dicke hergestellt. Unter die Sauberkeitsschicht aus Beton wird zum Schutz gegen Feuchtigkeit eine mind. 0,2 mm dicke Baufolie gelegt. Die Sauberkeitsschicht wird manchmal auch aus Kies planiert.

Schwimmender Estrich

Estrich, der auf einer Dämmschicht ohne unmittelbare Verbindung zu angrenzenden Bauteilen aufgebracht bzw. “schwimmend” verlegt wird.

Estrich

Schwalbenschwanzziegel                   >>>Seitenanfang>>>

Alte Dachziegelform von flachen Tondachziegeln, die an einen Schwalbenschwanz erinnert.

Spenglerarbeiten

Die Spenglerarbeiten umfassen alle Arbeiten mit Blech rund ums Dach. Im Allgemeinen versteht man in erster Linie die Dachentwässerung (Regenrinne, Regenfallrohr) unter den Spenglerarbeiten. Weiterhin gehören dazu: Verkleidungen von Dachaufbauten aus Blech, ganze Metalldächer (z.B. bei Türmen), Blecheinfassungen, -verwahrungen (z.B. Kaminverwahrung), -verkleidungen (z.B. bei Dachaufbauten wie Gauben), Dachanschlüsse an aufgehendes Mauerwerk, etc.

Sustainable Net Asset Value

Nachhaltiger Wert, den ein Objekt voraussichtlich langfristig erreichen oder behalten wird. Wird in der Regel ermittelt durch Anpassung des market value (Marktwerts) in Abhängigkeit von aktuell zum Bewertungsstichtag vorherrschenden Marktzyklen, destabilisierenden Sonderfaktoren, Marktschwankungen oder -übertreibungen mittels Zu- oder Abschlägen auf den market value.

Schichtenmauerwerk                         >>>Seitenanfang>>>

Man unterscheidet je nach dem Grad der Regelmäßigkeit und dem Maß der Bearbeitung der verwendeten Steine: Hammerrechtes, unregelmäßiges, regelmäßiges Schichtenmauerwerk und Quadermauerwerk. Hammerrechtes Mauerwerk ähnelt in seiner Optik noch stark dem Bruchsteinmauerwerk, während das Quadermauerwerk bereits über allseitig bearbeitete Steine und einen sehr regelmäßigen Läufer-Binder-Verband verfügt.

Schlagregen

Starkregen (Niederschlag hoher Dichte pro Zeiteinheit - z.B. 5 l/ m² innerhalb 5 min. oder 10 l/ m² innerhalb 10 min. oder 17 l/ m² innerhalb einer Stunde) in Verbindung mit Wind, so dass der Regen schräg bzw. waagerecht gegen das Mauerwerk gedrückt wird und die Bauteiloberfläche stark beansprucht. Insbesondere bei undichten Fugen kann es mittelfristig zu Bauschäden in Form von Feuchtigkeit und Abplatzungen kommen.

Schacht-Kasten-Doppelfassade         >>>Seitenanfang>>>

Bei dieser Form der Doppelfassade werden die stockwerksweise angeordneten Kastenmodule durch vertikal über mehrere Stockwerke laufende Schachtmodule unterbrochen bzw. sind mit diesen verbunden, um den natürlichen Kamineffekt und damit den Luftwechsel zu fördern. Die Luft strömt dabei bei ausreichender Thermik in die untere Schachtöffnung und verläßt den Schacht durch eine Öffnung weiter oben. Dabei wird durch den Sogeffekt die verbrauchte Luft aus den angeschlossenen Kastenmodulen mit abgesaugt. Bei ungünstiger Witterung und nicht ausreichendem Kamineffekt muss durch künstliche Ventilation nachgeholfen werden.

Schwindrisse

Durch das Schwinden von Bauteilen oder Materialien entstehende Risse.

RisseRisssanierung

Sachverständige

Ein Sachverständiger ist jemand, der auf einem bestimmten Fachgebiet (z.B. Immobilie, Immobilienbewertung) über überdurchschnittliche Fachkenntisse verfügt. Der Erwerb dieser Fachkenntnisse ist bisher nicht zwingend an eine besondere Berufsausbildung gebunden. Im Bereich der Immobilienbewertung ist jedoch davon auszugehen, daß eine fachspezifische Ausbildung vorhanden sein muß (Diplom-Ingenieure, Architekten, Diplom- Sachverständige, Bautechniker mit Zusatzausbildung), damit sich jemand als Sachverständiger für Immobilienbewertung bezeichnen kann. Auch öffentlich bestellte Sachverständige und zertifizierte Sachverständige bieten meist die Gewähr für eine fachlich fundierte Immobilienbewertung (Bauwertermittlung, Grundstücksbewertung).

Schüttgüter

Schüttgüter werden beim Bauen zu unterschiedlichen Zwecken verwendet. Als Zuschlagsstoffe für Mörtel oder bei den Außenanlagen zur Verdichtung des Untergrundes für Pflaster, Wege oder Fundamente.

Übersicht Schüttgüter


Immobiliengutachten I Immobiliengutachter I Grundstücksbewertung I Haus bewerten I Verkehrswert I Marktwert I Immobilienbewertung I Immobilienkauf I Kaufpreis-Check I Gutachter I Sachverständige I Wertermittlung I Immobilienwert I Baugutachter I Bauschäden I Ertragswert I Sachwert I Gebäudewert I Wohnungspreise I Immobilien Fachbegriffe I Due Dilligence Partner I Grundbuch I Eigentumswohnung I Einheimischenmodell I Kurzgutachten I www.fh-studiengang.de I B2B-Supply.com - Ettikettendrucker I Immobilienbewertung-Gutachter I AGB