easyWert- Immobilienlexikon: BUCHSTABE “H”


Verkehrswert_Haftung_Gutachten
Immobilienbewertung_Handtuchgrundstueck
Sachverständige_Hausschwamm_Schädlingsbefall_Gebäude_Immobilie
Gutachter_Heimfall_Erbbaurecht
Baugutachter_Herstellungskosten_Baukosten
Grundstückswert_Hinterland_Bodenwert
Immobilienwert_Statistik_Häufigkeit
Immobilie_Hochhaus
Logistikimmobilie_Hochregallager
Architekten_HOAI_Honorar_Preise_Immobilienbewertung
Bauwert_Hypothek_BGB_Immobilienwert
Baufinanzierung_Pfandbriefbank_Finanzierung

Haftungsausschluß

In Verkehrswertgutachten sind in der Regel mehrere Haftungsausschlüsse enthalten. So wird in der Regel die Haftung für Beeinträchtigungen des ermittelten Verkehrswerts durch Bodenkontaminationen, versteckte Baumängel, Funktionsstörungen der technischen Einrichtung, Schädlingsbefall, mangelnde Standsicherheit, Grundwasserverhältnisse etc. ausgeschlossen. Dies sollte einem als Laien klar sein, damit man auch den richtigen Sachverständigen beauftragt und ein Gutachten bekommt, das dem angestrebten Zweck auch dient. Wenn man die Bausubstanz eines Gebäudes detailliert beurteilt haben möchte, muss man in der Regel einen Architekten oder einen speziellen Bauschadensgutachter zu Rate ziehen. Hier hilft ein Verkehrswertgutachten oft nicht weiter.

Handtuchgrundstück

Sehr schmales Grundstück, das die Form eines Handtuchs hat. Die Bebaubarkeit ist bei solchen Grundstücken i. d. R. schlechter als bei breiteren Grundstücken mit einer breiteren Straßenfront. Insbesondere bei sehr tiefen Grundstücken darf nicht die gesamte Grundstücksgröße gleich bewertet werden, sondern es muss eine Anpassung des Grundstückswerts erfolgen (GFZ- Anpassung oder Aufteilung in Vorder- und Hinterland). Reihenhausgrundstücke haben i. d. R. einen solchen Zuschnitt; da bei diesen aber eine Grenzbebauung möglich ist und die Grundstücke auch nicht sehr groß sind, muss hier eher ein Zuschlag auf den Bodenrichtwert erfolgen. (Zumal sich die Nachfrage gerade in Ballungsgebieten auf diese Reihengrundstücke konzentriert.

Hausschwamm

Der echte Hausschwamm ist eine Pilzart, die vor allem dauerfeuchte Hölzer befällt und diese nach und nach zersetzt. Der Pilz besteht aus einem oder mehreren Fruchtkörpern und einem weitmaschigen Oberflächenmycel. Typisches Schadensbild sind der Würfelbruch des Holzes sowie die rostbraunen, weißumrandeten Fruchtkörper und das weiße Mycelnetz. Der Pilz ist gefürchtet und schwer zu bekämpfen, da er bereits Hölzer mit einer Feuchte von 20 % befallen kann und in der Lage ist, Mauerwerk zu durchdringen und auch Wasser über längere Strecken in seinem Mycel zu transportieren. Einige zurückgebliebene Pilzsporen nach einer Sanierung reichen aus, um ein neues Pilzgeflecht entstehen zu lassen, weshalb eine Sanierung auch sehr schwierig ist. Bei der Immobilienbewertung wirkt sich die Diagnose Hausschwammbefall stark Wert mindernd aus. Selbst nach Sanierung bewirkt alleine die Tatsache, dass das Gebäude einmal befallen war, in der Regel eine Minderung des Verkehrswerts im Sinne eines merkantilen Minderwerts. → Schädlinge

Heimfall                 >>>Seitenanfang>>>

Begriff aus dem Bereich des Erbbaurechts. Mit Heimfall bezeichnet man die Rückübertragung vor Zeitablauf des Erbbaurechts auf den Grundstückseigentümer. Es gibt sowohl gesetzliche Gründe, die einen Heimfall begründen, sowie privatschriftlich vereinbarte. Der häufigste Grund dürfte sein, dass der Erbbauberechtigte seinen Verpflichtungen aus dem Erbbaurechtsvertrag nicht nachkommt.

Herstellungskosten

Unter Herstellungskosten versteht man im Immobilienbereich die Herstellungskosten eines Gebäudes sowie der baulichen Außenanlagen oder auch die Kosten von Erweiterungsbauten. Sie werden zu Zwecken der Immobilienbewertung auf verschiedene Flächen- oder Rauminhaltsmaße bezogen. Herstellungskosten pro m² Nutzfläche, pro m² Geschossfläche, pro m² Bruttogrundfläche, pro m³ umbauter Raum, pro m³ Bruttorauminhalt. Die Herstellungskosten sind oft beim Wiederverkauf nicht wieder zu erzielen. Dies trifft insbesondere auf Gebäude in strukturschwachen Regionen zu. Die höchsten Marktanpassungsabschläge sind hier bei überdimmensionierten Objekten in schwachen Regionen vorzunehmen. Eine wichtige Kennzahl ist daher das Verhältnis Bodenwert zu Herstellungskosten bei der Immobilienbewertung.

Hinterland             >>>Seitenanfang>>>

Bei der Immobilienbewertung ist es manchmal sinnvoll, zwischen Vorder- und Hinterland zu unterscheiden. Als Hinterland bezeichnet man bei sehr tiefen Grundstücken den hinteren Grundstücksteil, der eine weitere bauliche Nutzung nicht zulässt und lediglich als Gartenland genutzt und bewertet werden kann. Es ist darauf zu achten, dass bei einer Aufteilung nach Vorder- und Hinterland keine zusätzliche GFZ- Anpassung für die gesamte Grundstücksfläche erfolgen darf, da man so die Übertiefe bzw. Übergröße des Grundstücks doppelt bestrafen würde.

Histogramm

Ein Histogramm ist die graphische Darstellung der Häufigkeitsverteilung von Messwerten. Es erfolgt eine Aufteilung der ermittelten Messgrößen in Klassen und Ermittlung der Häufigkeit der verschiedenen Klassen. Die Graphische Darstellung erfolgt in der Regel anhand von Balken, wobei auf der x- Achse die Klassengröße definiert ist und auf der y- Achse die Häufigkeit.

Hochhaus                 >>>Seitenanfang>>>

Sehr verdichtete Wohnform, wobei nicht eindeutig definiert ist, ab welcher Höhe oder Geschosszahl ein Gebäude als Hochhaus bezeichnet werden kann. Gemäß Bayrischer Landesbauordnung sind Hochhäuser vom Genehmigungsfreistellungsverfahren ausgenommen. Als Hochhäuser sind Gebäude definiert, bei denen der Fussboden eines Geschosses mehr als 22 m über der natürlichen oder festgelegten Geländeoberfläche liegt. Seit den Anschlägen vom 11. 09.2001 gibt es viele, die sich in solchen Gebäuden nicht sehr wohl fühlen. Einen dauerhaften Einfluss auf die Preisfindung solcher Gebäude dürfte dies jedoch kaum haben. Die Rekordjagd nach immer neuen Superlativen, was die Höhe und technische Ausstattung solcher Objekte betrifft, hält vor allem in Asien und im Vorderen Orient unvermindert an. Je gigantischer das Projekt, desto prestigeträchtiger – und dies sowohl für die Stadt, in der das Objekt nachher steht, als auch für die Planungsbüros, die an solchen Projekten beteiligt sind.

Hochregallager

Hochregallager gehören im weitesten Sinne zu den Logistikimmobilien. Das Lager ist ausgestattet mit hohen Schwerlastregalen, die i. d. R. Palettenplätze bereitstellen. Die Erschließung erfolgt über mehrere Gassen, über die die Waren bzw. Paletten transportiert werden können. Palettenförderanlage, Schwerlastrollenbahnen und Lagerverwaltungssysteme sind weitere Elemente der meisten Hochregallager. Wichtig für den Standort ist eine sehr gute Verkehrsanbindung, damit eine Drittverwendungsfähigkeit gegeben ist. Der Preis für die Lagerhaltung wird oft pro Palettenplatz berechnet.

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

Verbindliche Honorarordnung bezüglich der Erbringung von Planungsleistungen im Bauwesen. Für die Erstellung von Verkehrswertgutachten ist die HOAI nach unserer Auffassung nicht verbindlich, auch wenn das durchaus umstritten ist. Grundsätzlich ist der Sachverständige frei in der Kalkulation seiner Gutachtenpreise. easyWert bietet ein sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis an. Lassen Sie sich ein unverbindliches Angebot machen.

Hypothek

Die Hypothek ist genau wie Rentenschulden und Grundschulden ein Grundpfandrecht und dient zur Sicherung von Kreditforderungen. Im Gegensatz zur Grundschuld ist die Hypothek jedoch akzessorisch. D. h. sie ist an die Forderung gebunden. So wird beispielsweise mit jeder geleisteten Tilgung der Kreditforderung auch die Hypothek getilgt und es entsteht eine Eigentümergrundschuld in Höhe des getilgten Darlehensteils. Aufgrund der besseren Übertragbarkeit werden heute fast ausschließlich Grundschulden anstatt Hypotheken verwendet. Details zur Hypothek sind im BGB geregelt. Wie alle Rechte in Abt. III spielt auch die Hypothek in der Regel für die Immobilienbewertung keine Rolle.

Hypothekenbank       >>>Seitenanfang>>>

Hypothekenbanken sind Kreditinstitute, die Grundstücke beleihen (Aktivgeschäft) und die erworbenen Kreditforderungen als Schuldverschreibungen (Hypothekenpfandbriefe) wieder ausgeben (Passivgeschäft). Der Begriff Hypothekenbank stammt noch aus dem Hypothekenbankgesetz, das am 19.07.2005 durch das Pfandbriefgesetz abgelöst wurde. Die BaFin hat seitdem mehrere Genehmigungen zur Emission von Pfandbriefen an Geschäftsbanken und ehemalige Hypothekenbanken vergeben. Außerdem existiert bereits ein Verband deutscher Pfandbriefbanken.

hygroskopisch

Ein Baustoff wird als hygroskopisch bezeichnet, wenn er Wasser anzieht und bindet. Dabei handelt es sich vor allem um poröse Stoffe wie z.B. Salze, die Luftfeuchtigkeit bzw. Wasser anziehen und absorbieren. Auf dieser Eigenschaft basiert die Schädlichkeit von Mauersalpeter und anderen Salzausblühungen, da sie zu einer dauerhaften Durchfeuchtung des Mauerwerks und zu entsprechenden Folgeschäden führen. Siehe auch hydrophob. → hydrophil

hydrophil

Ein Stoff oder eine Flüssigkeit werden als hydrophil bezeichnet, wenn er bzw. sie gut wasserlöslich ist. Wenn eine Bauteiloberfläche leicht Wasser aufnimmt bezeichnet man sie ebenfalls als hydrophil. Siehe auch → hydrophobhygroskopisch

Hochlochziegel (HLz)                       >>>Seitenanfang>>>

Mauersteine mit Lochung, die senkrecht zur Lagerfuge läuft. Dadurch sehr gute statische Eigenschaften (Druckfestigkeit) und hohe Wärmedämmfähigkeit. Hochlochziegel bestehen aus Ton, Lehm oder tonigen Massen und werden im Strangpressverfahren hergestellt.

Horizontalsperre

Wasserundurchlässige Schicht, die unterhalb des Kellermauerwerks angeordnet wird. Zusätzlich wird meist unterhalb der Kellerdecke eine zweite Horizontalsperre vorgesehen und eine dritte nach der ersten oder zweiten Schicht des Erdgeschoß-Mauerwerks. Die ersten beiden Sperren dienen zum Schutz gegen aufsteigende Bodenfeuchtigkeit; die zweite hauptsächlich dem Schutz gegen die durch Spritzwasser entstehende Sockelfeuchtigkeit. Durch diese Sperrschichten soll verhindert werden, daß Feuchtigkeit kapillar im Mauerwerk nach oben steigt und eine dauerhafte Mauerwerksdurchfeuchtung entsteht. Heute wird meist eine dicke Kunststoff-Folie oder eine besandete Teer- oder Bitumenbahn als Horizontalsperre eingesetzt. Bei älteren Gebäuden fehlt oft eine Horizontalsperre oder funktioniert nicht mehr, da sie im Laufe der Zeit porös und wasserdurchlässig geworden ist. Nachträgliche Horizontalsperren können durch das Mauersägeverfahren und Einbringen von Edelstahlblechen hergestellt werden. Als weitere Alternative werden Mauerwerks- bzw. Bohrlochinjektionen mit hydrophobierenden Lösungen angeboten.

Hydraulische Bindemittel                 >>>Seitenanfang>>>

Als hydraulisch bezeichnet man Bindemittel, die durch Aufnahme von Wasser unter Bildung von Hydraten (Prozess der Hydratation) sowohl an der Luft als auch unter Wasser erhärten und nach dem Aushärten auch unter Wasser beständig sind (keine Auflösung und keine Volumenänderung).

Hydratation

Unter Hydratation versteht man allgemein die Anlagerung von Wassermolekülen an Ionen oder andere Moleküle unter Bildung von Hydraten. Dieser Vorgang spielt beim Abbinden hydraulischer Bindemittel eine Rolle. Bei der Hydratation von Zement laufen komplizierte Prozesse ab, die zuerst den Zementleim (Erstarren) und später den Zementstein (Erhärten) entstehen lassen.

hydrophob

Hydrophob bedeutet wasserabweisend. Man kann Baustoffe hydrophobieren, indem man Sie mit einem Hydrophobierungsmittel (z.B. Siliciumverbindungen, die mit Wasser Siliciumharze bilden) behandelt. Durch diese nachträgliche, innere Hydrophobierung wird der Baustoff mittels Anstrichen oder Injektionen imprägniert. Dadurch werden die Poren und Kapillaroberflächen belegt und die Wasseraufnahmefähigkeit herabgesetzt. → hygroskopischhydrophil

Heizestrich

Ein in der Regel auf einer Dämmschicht verlegter, beheizbarer Estrich wird auch Heizestrich genannt. Die Beheizung erfolgt durch Heizelemente (wassergefüllte Kunststoffrohre, Heizmatten), die in oder unterhalb der Lastverteilungsschicht des Estrichs verlegt werden. Gängiger Begriff dieser Heizungsart: Fußbodenheizung. Dabei wirkt der Estrich als Strahlungskörper, der sich allmählich erwärmt und den Raum durch seine Strahlungswärme beheizt.

Estrich

Holzrahmenbauweise

Bei der Holzrahmenbauweise wird ein Rahmen aus Vollholz hergestellt und durch weitere Balken und Streben gestützt. Dieser Rahmen wird (manchmal einseitig bereits außen beplankt) auf die Baustelle geliefert und auf einem mittels Maueranker auf der Bodenplatte bzw. der Kellerdecke verankerten Schwellbalken aufgestellt. Erst wenn das Tragwerk aus den Holzrahmen hergestellt wurde, erfolgt die weitere Dämmung und innere Beplankung des Holzrahmens.

Holztafelbauweise

Holztafelbauweise                        >>>Seitenanfang>>>

Die Holztafelbauweise ist eng mit der Holzrahmenbauweise verwandt. Es handelt sich ebenfalls um einen Holzrahmen aus Vollholz. Allerdings besteht der Unterschied darin, dass bei der Holztafelbauweise die einzelnen Wandscheiben bereits vollständig gedämmt und beidseitig beplankt auf die Baustelle geliefert werden und dort direkt auf die Bodenplatte aufgestellt und mit den anderen Wandtafeln verbunden werden. (Horizontalsperre zw. Betondecke und Holzrahmen). Der allergrößte Teil der Fertighäuser wird in Holztafelbauweise errichtet. Diese Bauweise bringt aufgrund der wetterunabhängigen Vorfertigung der kompletten Wandscheiben große Kostenvorteile mit sich.

Hauptpotentialausgleich

In allen Gebäuden mit elektrischem Hausanschluss muss ein Hauptpotentialausgleich vorhanden sein, der als Schutz gegen elektrischen Schlag fungiert. Der Hauptpotentialausgleich soll daher elektrische Spannungen insbesondere an metallischen Bauteilen (Stahlpfeiler, etc.) bzw. Bestandteilen haustechnischer Anlagen (Klimaanlage, Wasserrohre, Heizungsanlage, etc.) über eine Potentialausgleichsschiene und den Fundamenterder ins Erdreich ableiten. Durch den Ausgleich des Potentials von Bauteil und Erde können lebensgefährliche Berührungsspannungen im Haus vermieden werden.

Hohlpfanne (Dach)

Die Hohlpfanne hat Schalenform. An der rechten Seite ist eine Krempe angefügt.

Abbildung Dachziegelformen

Hinterlüftete Fassade                      >>>Seitenanfang>>>

Bei der hinterlüfteten Fassade wird der tragenden Wandschale eine Fassade vorgesetzt. Zwischen Mauerwerk und Fassade befindet sich die Wärmedämmung und ein Luftzwischenraum. Durch Lüftungsschlitze oben und unten in der Fassade kann die Luft in diesem Zwischenraum zirkulieren und vom Innenraum diffundierende Feuchtigkeit wird abtransportiert. Die Hinterlüftung sorgt also für den Feuchtetransport und dient gleichzeitig der Wärmedämmung. Gestalterisch sind vorgehängte, hinterlüftete Fassaden sehr vielseitig.

Fassade

Halbhöhenlage

Unter Halbhöhenlage versteht man exklusive, städtische Hanglagen, bevorzugt an Südhängen. Da diese Lagen meist ruhige Wohnlagen bieten und über Fernsicht, bzw. Ausblick über die Stadt verfügen sind die Grundstückspreise sehr hoch und die Bebauung entsprechend exklusiv in Form von Villenbebauung oder hochwertigem Geschosswohnungsbau.

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